Sonntag, 05.06.2005
Toronto steht auf dem Tagesprogramm und erfordert ein zeitiges Aufbrechen. Sogar Tante Herta ist mit aufgestanden, um mit uns zu frühstücken.
Nach ca. 1 ¼ Stunde Autofahrt finden wir uns problemlos ins Parkhaus direkt am CN-Tower. Eine kleine Verkehrsstockung gab es vorher noch, denn der Gardiner Express Highway wurde für eine Radfahrveranstaltung gesperrt. Cool, acht Lanes völlig leer, nur die paar Radler waren auf dieser Piste zu sehen. Auch vom CN-Tower sehen wir bis zum Horizont keine Autos auf diesem Highway, aber ringsherum eine um so lebendigere Stadt. Der Hafen liegt direkt unter uns mit seinen 3-Mastern, die aus dieser luftigen Höhe von 340 bzw. im Skypod 440 Metern eher wie Papierschiffchen aussehen. Der Flughafen auf der kleinen vorgelagerten Insel ist nur mit Fähren zu erreichen, die von oben aussehen wie Brotkrümel auf dem Wasser.




Von der normalen Aussichtsebene, die auch den Glasfußboden beherbergt, kann man gerade rüber auf die Dächer der Wolkenkratzer schauen, die ja von unten betrachtet auch schon eine erhebliche Höhe haben. Vom Skypod aus gesehen, sind die Dächer der Hochhäuser dann doch wieder noch viel weiter unten und die Swimmingpools auf den Dachgärten nur noch kleine blaue Rechtecke. Wir haben ca. eine Stunde nur damit verbracht uns an den Panoramafenstern die Nasen platt zu drücken. Im Café wurden diverse Postkarten beschriftet und versandfertig gemacht. 1,45CAN$-Briefmarken ohne Zacken gehören draufgeklebt nach Europa.








Von oben sieht der Skydome - jetzt Rogers Center aus, wie ein Ei auf dem Frühstückstisch. Aber es ist das größte Stadion mit beweglichem Dach. Wir entschließen uns, die Führung mitzumachen und haben eine äußerst lustige Zeit mit etwa zehn anderen Touristen verschiedener Nationalität und dem multilingualem Tourguide. Der Typ redete ohne Punkt und Komma in allen Sprachen drauflos, die er laut Gästebuch für erforderlich hielt. Ein Spaß am anderen, meistens englisch. Die vielen supertollen Zahlen, die das einmalige Bauwerk präzise beschreiben, wurden in einem Affenzahn, meist noch in Metern und in Fuss runtergerasselt. Keine Chance über das Staunen hinaus zu kommen und vielleicht noch ein paar dieser Maßangeben zu speichern. Putzig nur ein Mal!






Nach dem langen Fußmarsch im Skydome genehmigen wir uns einen selbst gebastelten Hotdog mit Relish und allem Drum und Dran, sogar mit Sauerkraut. Wir sind also gleich wieder fit für den 4-stündigen Entdeckungsmarsch durch Toronto downtown. Wir geraten versehentlich in eine Art Afro-Festival und stolpern ahnungslos ins Eaton-Center. Allerdings zum Glück am Sonntag zum Ladenschluss um 18 Uhr, wie das halt so ist am Sonntag.







Wir haben schließlich irgendwann nicht mehr laufen können und auch nicht gewusst wohin in der Kürze der Zeit noch gehen. Im Hafen verbrachten wir noch eine besinnliche Zeit mit dem Gefühl so fern der Heimat zu sein.




In der Dämmerung verändert sich das Bild der Stadt gewaltig. Eigentlich wie bei jeder Großstadt bei Nacht, aber eben größer und bunter, eben wie Kanada. Auf der Heimfahrt sind wir ein wenig traurig, denn wir haben verhältnismäßig wenig gesehen.



Alfred leistet uns zu einem kleinen Abendbrot Gesellschaft und Herta kommt noch mal aus dem Bett. Wir berichten und erzählen auch vom Anruf in Deutschland.
Am Nachmittag zwischen CN-Tower und Skydome haben wir zuhause bei Maika's Eltern angerufen, Vater hatte die Mutti grad im Krankenhaus abgeliefert. Sie hat sich sehr gefreut über den Anruf und die Glückwünsche für die Hüftoperation am nächsten Tag.




